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Welcher Hund ist zum Laufen geeignet? Welche Ausrüstung benötige ich? Diese und viele weitere Fragen findet Ihr in den Checklisten.

Wann und wie fängt man an?

Natürlich sind wir nicht von Anfang an mit Lotta gelaufen. Sie war ja erst acht Wochen alt, als sie zu uns in die Familie kam. Wir haben also ganz langsam und sanft mit den ersten Spaziergängen angefangen. 5 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten, und so weiter. Natürlich hätten wir sie gerne sofort mitgenommen, weil wir uns so aufs Laufen mit ihr freuten. Aber das war tabu und daran haben wir uns auch gehalten.

Lotta mit 8 Monaten

Lotta im Alter von acht Monaten.

Die ersten laufenden Schritte haben wir mit ihr gemacht, als sie ihre jetzige Größe erreicht hatte, also ausgewachsen war. Denn erst dann sind die Gelenke in der Lage, die hohe Belastung des Laufens auszuhalten. Ich selbst war zu dieser Zeit schwanger und durfte nicht laufen. Also hat mein Mann die ersten Lauf-Runden mit ihr gedreht. Natürlich mit ordentlich Leckerli im Gepäck, um das für sie neue Thema positiv zu unterstützen. Lotta LIEBT Leckerli und würde alles dafür tun!

Obwohl er auch damals sehr gut im Training war, durfte Lotta erst nur auf kurze Strecken mit. Hunde können auch, wie es unser Kleinster so niedlich sagt, “Katermuskel” bekommen und müssen sich langsam an das Laufen gewöhnen. Von Mal zu Mal hat er die Strecken ein wenig verlängert, bis Lotta schließlich in der Lage war, bis zu 30 Kilometer mitzuhalten. Zwischen den ersten Schritten und dieser Strecke lag ungefähr ein halbes Jahr. Sobald ich nach der Geburt unseres jüngsten Sohnes wieder Laufen durfte, habe ich sie ebenfalls mitgenommen.

Das war anfangs nicht so einfach. Lotta freute sich jedes Mal so, dass sie mitdurfte, dass sie mich wie wild ansprang und nach dem Leckerlibeutel an meiner Hüfte schnappte. Höchst unangenehm. Also bin ich zu Beginn mit ihr ein Stück mit dem Auto zum Kanal gefahren. Dort konnten wir die ersten Meter ohne Leine zusammen zurücklegen. In dieser Zeit hat sie sich beruhigt und ich konnte dann entspannt mit ihr an der Leine weiterlaufen. Auch an mein Tempo, das deutlich langsamer als das meines Mannes ist, hat sie sich dort gewöhnt. Nach einigen Wochen konnten auch wir zusammen an der Haustür loslaufen.

Was meiner Erfahrung nach wichtig ist:

  • selbst schon ganz gut im Training zu sein und sich wohl mit dem Laufen zu fühlen
  • eine verlässliche Laufleine und ein gutes Geschirr zu haben
  • Platz für Leckerli, an die man auch gut herankommt, zu haben
  • dem Hund vorher den Grundgehorsam sehr gut beigebracht zu haben
  • die Begegnung mit anderen Hunden, Joggern und Radfahrern nicht zu scheuen
  • sich beim Lauf nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf den Hund zu konzentrieren
  • die Bedürfnisse des Hundes ernst zu nehmen, aber ihn auch immer wieder aufs Laufen zu konzentrieren
  • den Hund während des Laufs an der Leine zu lassen
  • sehr regelmäßig gemeinsam mit dem Hund zu trainieren

Welche Hunderassen zum Laufen?

Bevor Lotta zu uns in die Familie kam, haben wir uns natürlich Gedanken darüber gemacht, was für eine Hunderasse wir auswählen sollten. Wir wussten: Es sollte ein Familienhund sein und man sollte mit ihm gut Laufen und Wandern können. Und zwar nicht nur auf der Kurzstrecke. Da kamen wir relativ schnell darauf, dass ein solcher Hund nicht zu groß und nicht zu klein sein sollte, lernfähig, geduldig und stressresistent. Folgende Hunderassen kamen in Betracht:

Ausgeschlossen für uns, aber für das Laufen grundsätzlich geeignet sind:

Irgendwie kamen wir auf den Wäller, eine nicht so weit verbreitete und vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) nicht anerkannte Hunderasse, die uns aber sofort sehr sympathisch war. Wir machten uns ausführlich kundig, suchten eine passende Zuchtstelle und kurz nach Ostern 2014 zog Lotta im Alter von acht Wochen bei uns ein. Wann wir mit dem Laufen mit ihr anfingen, beschreibe ich an anderer Stelle.

Welche Ausrüstung brauche ich zum Laufen mit Hund?

Einige Dinge helfen dabei, entspannt mit dem Hund laufen zu können. Das Gute: Es sind nicht viele und das Meiste kann man auch im ganz normalen Alltag mit Hund verwenden. Und wie viel Geld man dafür ausgeben möchte, ist auch jedem selbst überlassen.

Wichtig sind:

  • ein gut sitzendes Geschirr für den Hund, ein Halsband ist nur bedingt geeignet
  • ein gut sitzender Bauchgurt für den Mensch (die Leine in der Hand zu halten, ist auf Dauer lästig!)
  • eine stabile und flexible Leine zwischen Hund und Mensch
  • vernünftige Laufschuhe
  • zu den Wetterbedingungen passende und atmungsaktive Sportkleidung
  • im Winter: Stirnlampe und Handy
  • bei Wärme und längerer Strecke: eine Wasserflasche für Hund und Mensch
  • ggf. Leckerli für den Hund

Das war es auch schon! Im Winter habe ich bei Läufen in der Dunkelheit manchmal bei großer Kälte eine Rettungsdecke für den Notfall dabei.