Archiv für den Monat: Januar 2019

Ganz schön frostig!

Der Frost hat uns ganz schön fest im Griff. Nachts sinken die Temperaturen zum Teil auf fast -10 Grad, alle Pfützen sind gefroren, die Seen zum Teil auch. Naja, Januar eben! Was will man also erwarten? Mir ist das morgens im Moment zu kalt, das muss ich ehrlich zugeben. Außerdem habe ich, wenn es noch so halb finster ist, Angst davor, auf Glatteis auszurutschen. Mag ich einfach nicht. Im Hellen habe ich eine größere Chance, unter der leichten Schneeschicht Pfützen zu erkennen und dran vorbeizulaufen. Deswegen haben Lotta und ich unsere Läufe vom frühen Morgen lieber auf die Mittagsstunden gelegt. Wie gut, dass ich das als Selbstständige so einfach kann! Zum Teil scheint dann sogar die Sonne und bringt Licht in die immer noch dunkle Zeit. Wunderbar.

Endlich Sonnenstrahlen! Das tut Lotta und mir richtig gut …

Außerdem haben Lotta und ich auf diese Weise eine neue Laufstrecke entdeckt, die wir noch nicht kannten. Das geht nur mit Zeit und davon haben wir morgens immer nicht so viel. Mittags sind wir, sofern keine beruflichen Termine anstehen, einfach freier. Schritt für Schritt entdecken wir so unsere neue Heimat. Und auch das tut gut. In einem trüben grauen Winter in einer völlig neuen Umgebung kann man sich nämlich als Mensch ganz schön verloren fühlen. Vorher kannte man quasi jeden Stein der Hausstrecke und nun? Alles Neuland. Lotta juckt das natürlich wenig. Für sie ist wichtig, dass wir da sind. Alles weitere ist ihr, schlank ausgedrückt, total wurscht. Wir könnten auch nach Hintertupfingen am anderen Ende der Welt gezogen sein. Egal. Hauptsache, sie hat ihr Rudel.

Diese Treue tut auch beim Laufen gut. Gemeinsam mit Lotta wage ich in der neuen Heimat läuferisch fast alles – wir laufen einfach los und gucken, wo wir ankommen. Und ob wir wieder zurückkommen. Zum Schluss gibt es dann ein “High Five” Handschuh-Pfote und ein zufriedenes “Danke, Lotta!”…

Lotta und Sigi in der Sonne
High Five und “Danke, Lotta!”, gibt es bei uns am Ende eines Laufs.

Innerer Schweinehund? Fehlanzeige!

Ich behaupte ja gern, dass ich keinen inneren Schweinehund habe. Nein, Fehlanzeige! Zumindest, wenn es ums Laufen geht. Gestern allerdings habe ich doch sehr mit mir gehadert, ob ich tatsächlich los wollen sollte. Die ganze Nacht Sturm und heftigster Dauerregen. Garstig ohne Ende. Dazu dunkel und natürlich trüb, außerdem kalt. Die Nachtruhe zusätzlich vielfältig durch unseren Kleinsten (“Mama, Schlulli, ist weg!” um 2 Uhr. “Mama, darf ich Dir unten was zeigen” um 4.30 Uhr …) gestört.

Da komme auch ich an meine Grenzen und spüre den dringenden Wunsch, mich mal so richtig in Ruhe ausschlafen zu können. Das gab es wirklich schon sehr lange nicht mehr. Doch mein Kopf sagt mir aus vielfältiger Erfahrung: Lauf einfach los und sei gewiss: danach geht es Dir in jedem Fall besser – egal, wie Du geschlafen hast und egal, wie das Wetter auch sein möge!

Den letzten Zweifel an der Richtigkeit dieser Überlegung fegt Lotta dann hinweg. Sobald ich mir beginne, meine Laufsachen anzuziehen, sieht man ihr die Vorfreude an. Frauchen, geht es jetzt endlich los? Ja? Auja! Sie legt sich direkt vor die Badezimmertür und wartet geduldig so lange, bis ich fertig bin. Wir sausen unsere Runde durch unser neues Laufrevier, kämpfen uns im Wald gemeinsam durch Regen und Sturmböen. Lotta immer vorne weg, aber stets mit dem Blick nach mir, ob ich auch wirklich da bin. Denn diese Wetterlagen sind ihr nicht so recht geheuer, eigentlich würde auch sie da das Haus gerne nicht verlassen. Zusammen aber geht es uns beiden gut.

Nach dem Lauf bin ich jedes Mal von einer riesigen Freude und Zufriedenheit erfüllt. Danke, Lotta!, sage ich dann und gebe ihr (ja!) einen dicken Kuss auf den Kopf. Ohne Dich, mein lieber lieber Hund, hätte ich das heute nicht geschafft. Wie schön, dass Du zu unserer Familie gehörst und so eine treue Begleiterin bist. Das ist wundervoll.