Packesel-Testlauf mit Wabbelwasser

Das Trink-Desaster von Sonntag hatte natürlich Folgen: Ich habe mich auf die Suche nach geeigneten Trink-Versorgungs-Utensilien für lange Läufe gemacht. Wie immer ist die Palette endlos breit und ich stand kurz vor Verzweiflung. Ich hasse es, im Internet zu shoppen. Kann es aber – wie inzwischen fast jedermann – nicht immer vermeiden. Zum Beispiel dann, wenn die Arbeitszeiten keinen Besuch meines Lieblingssportgeschäfts in der Innenstadt zulassen, ich aber etwas ziemlich schnell brauche. So wie jetzt. Am Samstag stehen 30 Kilometer an. Einmal rund ums Steinhuder Meer zusammen mit einem Lauffreund. Und es soll sonnig werden.

Also ran an den Computer und zwei Abendstunden lang gesucht und geforscht. Schließlich hatte ich sechs unterschiedliche Produkte in meinem Einkaufswagen liegen. Von irre teuer bis ganz billig. Entschieden habe ich mich dann für die Mitte und habe einen Trinkrucksack plus Trinkblase bestellt. In Pink. Damit ich ihn und jeder mich sofort erkennen kann. Und Lotta ihn notfalls auch mal tragen kann. Ist ja auch ne Frau und pink steht ihr.

Gestern Nachmittag kam das gute Stück an. Sehr solide verarbeitet und herrlich pink. Die Trinkblase neutral im Geruch. Wasser wird von oben eingefüllt, dann die Blase mit einem Schieber verschlossen. Hinlegen würde ich das Teil trotzdem erst einmal nicht. Auch wenn es wahrscheinlich dicht hält. Ich traue dem Braten nach dem sonntäglichen Erlebnis nicht.

Heute stand dann der morgendliche Testlauf an. Lotta musste geduldig im Auto warten, bis ich alle Träger und Bändel richtig festgezuppelt hatte. Saß nicht wie angegossen – aber okay. Um die Hüfte noch den Laufgurt für Lotta mit Leckerli und allem Pipapo. Derart ausgerüstet, fühlte ich mich, ehrlich gesagt, wie ein Packesel, nicht mehr wie eine Lauf-Elfe. Lotta bestätigte dieses Gefühl. Wollen wir heute weit, Frauchen? Du siehst so besonders aus, sagten mir ihre mitleidigen Blicke.

Sigi mit Lotta und Trinkrucksack

Den Testlauf machten Lotta und ich heute gemeinsam. Fühlte sich irgendwie packeselmäßig an …

Völlig unbelastet sauste sie los. Ich mit Wabbelwasser auf dem Rücken hinterher. Schwapp, schwapp, schwapp. Fühlte sich schon erst einmal komisch an. Ein entgegenkommender Jogger, absolute Seltenheit um diese Zeit an diesem Ort, musterte mich schon aus der Ferne, das spürte ich genau. ABER: der Rücken- und der Pobereich blieben trocken. Und zwar während des ganzen Laufs. Zwischendurch hielten wir an. Lotta sprang in den Kanal zum Morgentrunk, ich saugte verlegen an dem blauen Schlauch, der schon die ganze Zeit vor meiner Brust herumzappelte. Den muss ich noch kürzen, nahm ich mir vor. Aber das Wasser schmeckte. Gut durchgeschüttelt… Juhuu, auf nach Steinhude!

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