Archiv für den Monat: Juli 2018

Erst rum, dann rauf

Um sechs Uhr geht’s los. Nein, frühestens um sieben. Nein, da ist es schon zu heiß. Mein letztes Wort: um Viertel nach sechs. Viertel vor sieben. Okay, halb sieben. Ich steh erst um halb sieben auf, Schatz, ich habe Urlaub. Das ist mir total egal, ich habe auch Urlaub. Aber es wird zu warm. Halb sieben. Punkt.

So wurde gestern bei uns um den Morgenlauf verhandelt. Das ist häufiger so, wenn wir zusammen laufen wollen. Mein Schatz liebt den Abend und geht spät ins Bett. Ich liebe den Morgen und stehe gern früh auf. Gehe deswegen auch früh ins Bett. Die Schnittmenge ist nicht immer groß. Da muss diskutiert werden.

Heute früh habe ich mich durchgesetzt. Um halb sieben sind wir gestartet. Unser Ziel: Der Osterkopf im Hochsauerland. Erst rum, dann rauf. Und das bei praller Sonne und 21 Grad. Wie heißt der alte Marathon-Spruch? Quäl Dich, Du Sau! rief mir mein Mann zu, als ich den Grasbuckel gehend bezwingen wollte. Also los! Half aber nicht. Lotta und mir hing die Zunge auf dem Boden. Der Unterschied: Lotta lief trotzdem weiter, ich musste gehen.

Auf dem Gipfel sind wir trotzdem alle angekommen. An Schäfchen vorbei zum Aussichtspunkt. Eintrag im Gipfelbuch. Wie vor zwei Wochen: Gipfelglück, aber diesmal zu dritt. So hatte ich mir das vorgestellt. Prima!

Sigi auf dem Osterkopf

Geschafft! Hoch auf dem Osterkopf mit fantastischem Blick.

Stephan mit Lotta

Was sehen wir hier? Stephan erklärt Lotta die Umgebung.

Nichts wie ran an die Hecke

Es ist wirklich warm. Nein, viel mehr. Es ist heiß, und das seit Tagen. Zu heiß, finden Lotta und ich. Sie verbringt die Tage auf den immerhin ein bisschen kühlenden Fliesen unseres Flurs, die meiste Zeit hechelnd oder dösend. Hin und wieder schleppt sie sich zum Wassernapf, um zu trinken. Ich vegetiere im Büro mit Ost- und Westbesonnung unter Flachdach im obersten Stockwerk vor mich hin. Leider nicht hechelnd, aber dafür schwitzend. Kaum auszuhalten, wirklich.

Mein Kopf führt ein Eigenleben. Ich habe das Gefühl, dass er das Denken und Arbeiten an wichtigen Projekten an diesen Hitze-Tagen aufgegeben hat. Er denkt nur noch das Nötigste. Hin und wieder schleppe ich mich zum Wasserhahn, um zu trinken. Und zum Kühlschrank, um die eisgekühlte Wärmeflasche (hä, ist da ein Widerspruch drin?) herauszulegen und mir Füße oder Nacken zu kühlen. Ahh, wie wohltuend!

Schon heute früh um fünf, als ich mit Lotta zum Morgenlauf aufgebrochen bin, zeigte das Thermometer satte 23 Grad Celsius, genau wie gestern. Natürlich sind wir zum Kanal gefahren (Trink- und Bademöglichkeit für Lotta) und im Schatten gelaufen. Zu dieser Zeit schläft der Kanal noch, das Wasser dümpelt gemächlich vor sich hin und selbst die Wasservögel sind noch nicht richtig wach.

Bei dieser Temperatur kann Lotta noch gut laufen, doch von Minute zu Minute wurde es heißer. Bei Kilometer fünf die ersten flehenden Blicke: Frauchen, reicht das nicht für heute? Nein, Lotta, auf meinem Plan stehen heute zehn und die möchte ich auch gerne machen. Schließlich lässt mir der Rest des Tages nicht mehr viel Bewegung zu und der Marathon will vorbereitet sein. Und Du liegst auch den restlichen Tag nur rum. Komm, geh ein paar Schlücke trinken. Also gut, Frauchen, wenn Du es sagst…

Das Highlight für mich liegt im Moment kurz vor Ende der Strecke: riesige Brombeerhecken, voll mit reifen, saftigen Brombeeren. Die interessieren Lotta ziemlich wenig, Lotta liebt Mirabellen und Kirschen. Ich hingegen finde, dass es fast nichts gibt, was leckerer sein könnte. Und Vitamine sind doch auch während des Laufs wichtig, oder? Also: Nichts wie ran an die Hecke!

Brombeere

Jetzt ist Brombeerzeit und da muss ich einfach naschen!

 

 

Sonnenaufgang mit Gipfelkreuzglück

Drei Tage Pressereise mit vollem Programm. Und trotzdem ein Hochgenuss. Nach dem Fuldaradweg erradelten wir noch den Diemelradweg (besonders schön), den Ederseebahn-Radweg (fast eine Radschnellstraße!) und den Ederseeradweg. Rechts und links des Weges viele interessante Punkte, dazwischen immer wieder schöne Blicke. Wirklich empfehlenswert. In Usseln (Willingen, Hochsauerland) bin ich in den Sonnenaufgang auf den Kahlen Pön gelaufen – fantastisch. Gipfelkreuzglück.

Hier sieht man ein Gipfelkreuz

Fast wie in den Alpen: das Hochsauerland.

Lotta hat mir gefehlt. Es ist eine super schöne Gegend, für Hunde und zum Laufen ebenfalls bestens geeignet. Deswegen werden wir unsere letzte Sommerurlaubswoche nächste Woche auch noch dort verbringen. Alle zusammen. Mit Lotta.

Sie hat mich bei meiner Rückkehr natürlich freudigst begrüßt und am liebsten wäre ich, nach stundenlangem Warten auf verspätete und überhitzte Züge, noch mit ihr Laufen gegangen. Ging aber nicht, war schon zu spät und Lotta hatte ihren Abendlauf bereits mit meinem Mann am Kanal hinter sich gebracht. Mit der Möglichkeit, stets zu Trinken und sich im Wasser abzukühlen, geht das Laufen für sie auch bei diesen hochsommerlichen Temperaturen.

Auch ich brauche da ständig Flüssigkeit und hatte am Wochenende Not, den Vorrat für 22 Kilometer (Dr.-Marquardt-Laufplan!) mitzuschleppen. Die Lösung für mich sah dieses Mal so aus: Ein kleines Fläschchen mit 300 Millilitern Iso-Drink hinten für unterwegs in der Tasche, eine Flasche mit 500 Millilitern Iso-Drink und eine große Flasche Mineralwasser im Auto. Als Basislager quasi. Dort immer wieder vorbeigelaufen und nachgetankt, das hat gut geklappt.

Als Alternative könnte ich mal nach einem Trinkrucksack gucken. Vielleicht für die ganz langen Läufe mit mehr als 30 Kilometern sinnvoll?

Leider ohne Lotta: Pressereise in die Grimmheimat Nordhessen

Hin und wieder habe ich das riesige Glück, auf Pressereise gehen zu dürfen. Leider immer ohne Lotta, aber das geht einfach nicht anders. Schon zum dritten Mal bin ich gestern nach Nordhessen aufgebrochen. Erstmalig geht es drei Tage lang mit dem Fahrrad durch die waldreiche Gegend, wo die Gebrüder Grimm einen großen Teil ihrer Lebens- und Arbeitszeit verbracht haben. Deswegen hat die Region sich auch den phantasievollen Namen “Grimmheimat Nordhessen” gegeben und man trifft allerorts auf das Thema Märchen.

Die Route ging gestern auf dem Fuldaradweg ab Bad Hersfeld über Rotenburg (nicht zu verwechseln mit Rothenburg ob der Tauber!) und das ehemalige Zisterzienserkloster Haydau bis in die wunderschöne Fachwerkstatt Melsungen. Das waren insgesamt rund 55 Kilometer durch leicht hügelige Landschaft – stets auf ruhigen Straßen oder reinen Fahrradwegen und mit dem Pedelec natürlich gar kein Problem!

Pedelec am Bahnhof Bad Hersfeld

Vom Bahnhof von Bad Hersfeld aus geht es mit dem Pedelec bis nach Melsungen.

Wie immer habe ich mich dort heute frühmorgens zum Morgenlauf aufgemacht. Vorher auf der mobilen Karte und aus dem Fenster des Hotels geguckt, wo es lang gehen könnte. Und los! Wie immer war es ein ganz besonderes Erlebnis, die noch verschlafene Kleinstadt laufend zu erkunden. Erst an der Fulda entlang bis nach Obermelsungen, um ein paar Kilometer zu sammeln. Anschließend noch durch die Innenstadt mit kleiner Sightseeing- und Fototour. Sehr beeindruckend, sehr erfüllend! Nun geht es frisch auf in den Tag mit seiner nächsten Etappe: auf dem Diemelradweg von Bad Karlsbad bis zur Diemelquelle. Ich freue mich drauf!

Blühende Bienenwiese

Die Stadt Melsungen hat an vielen Stellen an der Fulda Bienenwiesen angelegt, die in voller Blüte stehen.