Archiv für den Monat: Juni 2018

Frauchen, da ist doch was!

Frauchen, da ist doch was! Nein, da ist nichts, Lotta. Ich weiß es doch, komm schon, da muss was sein … Lotta hatte heute beim Morgenlauf einen Geruch in der Nase. Das nervt. Vor allem, wenn man sich auf seinen Lauf konzentrieren möchte. Aber irgendwie ist es auch lustig. Im Moment bordet die Natur ja geradezu über: die Wiesen wurden wochenlang nicht gemäht, die Felder stehen hoch, die Büsche in vollem Saft. Das bedeutet für Lotta, dass sie nicht weit sehen kann. Sie ist nämlich zu klein, um über Gras und Felder zu schauen. Und wie löst unser Hund dieses Problem? Sie hüpft wie ein Häschen immer wieder hoch, um einen Blick aufs Feld zu erhaschen. Denn, das riecht sie, da ist doch was … Sehr niedlich. Lottahund-Flummi. Hoch, runter, hoch, runter, hoch …

Trotzdem habe ich heute den ersten Lauf meines Trainingsplans für den Frankfurt-Marathon durchgezogen, yes! Waren aber nur sechs Kilometer. Das mit dem Lauf-ABC, das der Trainingsplan auch regelmäßig vorsieht, habe ich allerdings nicht hinbekommen. Da weiß ich noch nicht wirklich, was ich mit Lotta machen soll. Am Bauch lassen und trotzdem hüpfen, springen und Balance halten? Oder Lotta am Baum festbinden? Oder sie nach Hause bringen und nochmal loslaufen? Oder auf der Straße zwischen den Nachbarn “turnen”? Im Garten?

Hm. Alles noch nicht optimal. Da muss ich nochmal drüber nachdenken. Aber irgendwie werde ich es hinbekommen. Das verspreche ich mir an dieser Stelle einfach mal selbst. Ich weiß zwar, dass diese Stabilitäts- und Kraftübungen auch sehr wichtig sind und Verletzungen verhindern können. Trotzdem weiche ich ihnen gerne aus. Warum, weiß ich eigentlich selbst nicht! Vielleicht packt mich da der innere Schweinehund, den ich ja sonst nicht so kenne?

Grandioser Mittsommernachtslauf

Eigentlich ist der Gedanke, dass es ab jetzt schon wieder dunkler wird, gar nicht so schön. Doch gestern war das egal: Am längsten Tag des Jahres sind mein Mann und ich, natürlich gemeinsam mit Lotta, abends zum Mittsommernachtslauf aufgebrochen. Entspannte zehn Kilometer am Kanal und als wir kurz vor halb zehn wieder am Auto waren, war es noch taghell. Grandios, das könnte wirklich gerne immer so sein! Kaum kann ich es mir noch vorstellen, mit Stirnlampe bei Dunkelheit und eisiger Kälte unterwegs zu sein …

Sonst hatte der Lauf gestern nicht viel Sommerliches: stürmische 15 Grad, der Kanal war windgepeitscht, die Wolken flogen nur so über den Himmel. Aber die Luft war herrlich frisch, ich mag das so viel lieber als die Hitze. Tags zuvor hatte ich mich mit Lotta bei abendlichen 27 Grad mehr schlecht als recht über den Berg gequält – es war uns beiden viel zu warm und wir wollten nur eines: zurück zum Auto und schnell ans Wasser!

Arme Lotta in ihrem warmen Fellkleid, die mir immer wieder flehende Blicke zuwarf. Frauchen, können wir jetzt umdrehen? Jetzt endlich? Keine Sorge, Lotta! rief ich ihr in Gedanken zu (oder rief ich es angesichts der Hitze wirklich?). Wir habens gleich geschafft. Zuhause angekommen, stürzten wir beide uns auf Flüssiges: Lotta auf das Wasser im Brunnen (herrlich abgestanden!) und ich auf das alkoholfreie Weizen im Kühlschrank (herrlich süffig!). Ahh, tut das gut!

Jetzt geht es wirklich los

Vor einigen Wochen habe ich es getan. Das erste Mal. Und danach die ganze Nacht nicht geschlafen, so aufgeregt war ich. Nein, nicht das, was jetzt viele denken würden. Natürlich nicht. Wie sollte ich sonst zu vier Kindern gekommen sein, wenn dieses erste Mal nicht schon ein wenig länger zurückliegen würde? Nein, etwas ganz anderes: Ich habe mich für meinen ersten Marathon entschieden. In Frankfurt. Ende Oktober.

Schon vor Längerem habe ich beschlossen, rund um meinen 50. Geburtstag (aua, das tut weh! Ist echt eine beeindruckende Zahl …) einen Marathon zu laufen. Halbmarathon zu laufen, liebe ich ja schon seit einigen Jahren. Aber einen Ganzen? Da flatterte mir das Angebot von Marquardt-Running ins E-Mail-Postfach. Eine Challenge mit individuellem Laufplan und drei theoretischen Abenden bei Dr. Matthias Marquardt. Ziel: Frankfurt-Marathon. Da wars um mich geschehen. Ich sagte ja.

Vor ein paar Tagen wurde die Challenge aus terminlichen Gründen leider abgesagt. Aber deswegen die Finger davonlassen? Keineswegs. Zumal es als Trostpflaster den individuellen Trainingsplan kostenlos gab. Ich habe mich also direkt beim mainova Frankfurt-Marathon angemeldet – und meinen Mann gleich mit dazu. Zack, mit einem Klick. Ja, ich will!

Gerade habe ich den Trainingsplan erhalten und sofort in meinen Terminkalender übertragen. Jetzt geht es also wirklich los! Nächste Woche starte ich das strukturierte Training. Pausiere dann gleich einmal zwei Wochen, um Urlaub in Süddeutschland zu machen. In dieser Zeit geht aus betreuungstechnischen Gründen für unseren Kleinsten wirklich nur Spazierengehen und Schwimmen.

Danach aber geht es voll neuer Energie weiter. Da ich eh gut im Training bin, schaden die zwei Wochen zu Beginn auf jeden Fall nicht. Im Gegenteil: Nach monatelangem Laufen ohne Pause wird mir diese sicher sehr gut tun. Und Lotta? Lotta darf zum Wettkampf nicht mit. Aber zu allen anderen Trainingsläufen selbstverständlich schon, na klar, was sonst? Hach, bin ich aufgeregt. Und freue mich wie Bolle auf diese spannende Zeit!

Wann und wie fängt man an?

Natürlich sind wir nicht von Anfang an mit Lotta gelaufen. Sie war ja erst acht Wochen alt, als sie zu uns in die Familie kam. Wir haben also ganz langsam und sanft mit den ersten Spaziergängen angefangen. 5 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten, und so weiter. Natürlich hätten wir sie gerne sofort mitgenommen, weil wir uns so aufs Laufen mit ihr freuten. Aber das war tabu und daran haben wir uns auch gehalten.

Lotta mit 8 Monaten

Lotta im Alter von acht Monaten.

Die ersten laufenden Schritte haben wir mit ihr gemacht, als sie ihre jetzige Größe erreicht hatte, also ausgewachsen war. Denn erst dann sind die Gelenke in der Lage, die hohe Belastung des Laufens auszuhalten. Ich selbst war zu dieser Zeit schwanger und durfte nicht laufen. Also hat mein Mann die ersten Lauf-Runden mit ihr gedreht. Natürlich mit ordentlich Leckerli im Gepäck, um das für sie neue Thema positiv zu unterstützen. Lotta LIEBT Leckerli und würde alles dafür tun!

Obwohl er auch damals sehr gut im Training war, durfte Lotta erst nur auf kurze Strecken mit. Hunde können auch, wie es unser Kleinster so niedlich sagt, “Katermuskel” bekommen und müssen sich langsam an das Laufen gewöhnen. Von Mal zu Mal hat er die Strecken ein wenig verlängert, bis Lotta schließlich in der Lage war, bis zu 30 Kilometer mitzuhalten. Zwischen den ersten Schritten und dieser Strecke lag ungefähr ein halbes Jahr. Sobald ich nach der Geburt unseres jüngsten Sohnes wieder Laufen durfte, habe ich sie ebenfalls mitgenommen.

Das war anfangs nicht so einfach. Lotta freute sich jedes Mal so, dass sie mitdurfte, dass sie mich wie wild ansprang und nach dem Leckerlibeutel an meiner Hüfte schnappte. Höchst unangenehm. Also bin ich zu Beginn mit ihr ein Stück mit dem Auto zum Kanal gefahren. Dort konnten wir die ersten Meter ohne Leine zusammen zurücklegen. In dieser Zeit hat sie sich beruhigt und ich konnte dann entspannt mit ihr an der Leine weiterlaufen. Auch an mein Tempo, das deutlich langsamer als das meines Mannes ist, hat sie sich dort gewöhnt. Nach einigen Wochen konnten auch wir zusammen an der Haustür loslaufen.

Was meiner Erfahrung nach wichtig ist:

  • selbst schon ganz gut im Training zu sein und sich wohl mit dem Laufen zu fühlen
  • eine verlässliche Laufleine und ein gutes Geschirr zu haben
  • Platz für Leckerli, an die man auch gut herankommt, zu haben
  • dem Hund vorher den Grundgehorsam sehr gut beigebracht zu haben
  • die Begegnung mit anderen Hunden, Joggern und Radfahrern nicht zu scheuen
  • sich beim Lauf nicht nur auf sich selbst, sondern auch auf den Hund zu konzentrieren
  • die Bedürfnisse des Hundes ernst zu nehmen, aber ihn auch immer wieder aufs Laufen zu konzentrieren
  • den Hund während des Laufs an der Leine zu lassen
  • sehr regelmäßig gemeinsam mit dem Hund zu trainieren

Hättste mal und warum haste nicht?

Gestern sind wir wieder zum kleinen Sonntagsausflugslauf aufgebrochen. Erst am Mittellandkanal entlang, dann ein Stückchen Trail, um schließlich ins große Bockmerholz zu gelangen, zwei Örtchen zu passieren und am Kanal wieder zurückzulaufen. Das sind gut 20 Kilometer und Lotta hat mehrfach die Möglichkeit, im Kanal zu trinken und sich abzukühlen. Perfekt also. Eigentlich.

Doch natürlich lebt Lotta, wie jeder Hund, nicht vorausschauend, sondern nur in der Gegenwart. Wir Menschen wissen: Nur die ersten zwei Kilometer laufen wir am Kanal, danach kommt etwa 10 Kilometer kein Wasser mehr. Danach wieder Wasser satt. Wir schickten Lotta also vorausschauend vor der Abzweigung zum Trail in den Kanal mit der Aufforderung: “Trink! Gleich kommt erst einmal lange keine Gelegenheit mehr”. Lotta stieg zwar kurz ins Wasser, doch natürlich war sie nach zwei Kilometern noch nicht durstig. Sie blickte uns also mit großen Augen an: Schön hier. Aber wollten wir nicht laufen, Herrchen und Frauchen? Trinken, Lotta! Trinken! Nix zu machen. Also dann.

Natürlich hing ihr die Zunge nach Kilometer 8, obwohl es nur etwa 19 Grad warm war, fast am Boden. In jedem Entwässerungsgraben erhoffte Lotta sich Wasser. Fehlanzeige. Alle ausgetrocknet nach den heißen Wochen, die hinter uns liegen. Sehnsüchtige Hundeblicke zu uns: Wann krieg ich endlich Wasser? Und wie man das so macht als Mensch: Wir hielten ihr eine kleine Standpredigt. Hättste mal und warum haste nicht und wir haben es dir doch gesagt und so weiter. Blödsinn, eigentlich. Braucht man aber wahrscheinlich als Mensch, um sich selbst zu versichern, dass man alles richtig gemacht hat. Oder hätten wir doch eine Flasche Wasser für Lotta mitnehmen müssen?

Glücklicherweise war das kühle Nass nicht mehr weit und, sobald wir es erreicht hatten, trank Lotta ausgiebig und kühlte sich genussvoll ab. War was, Frauchen und Herrchen? Ist doch alles klasse bei mir, entspannt euch doch mal! Können wir jetzt endlich weiterlaufen? Ach Lotta, liebe Lotta! Es ist einfach immer wieder schön!

Sonntagslauf

Sonntagsausflugslauf

 

Welche Hunderassen zum Laufen?

Bevor Lotta zu uns in die Familie kam, haben wir uns natürlich Gedanken darüber gemacht, was für eine Hunderasse wir auswählen sollten. Wir wussten: Es sollte ein Familienhund sein und man sollte mit ihm gut Laufen und Wandern können. Und zwar nicht nur auf der Kurzstrecke. Da kamen wir relativ schnell darauf, dass ein solcher Hund nicht zu groß und nicht zu klein sein sollte, lernfähig, geduldig und stressresistent. Folgende Hunderassen kamen in Betracht:

Ausgeschlossen für uns, aber für das Laufen grundsätzlich geeignet sind:

Irgendwie kamen wir auf den Wäller, eine nicht so weit verbreitete und vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) nicht anerkannte Hunderasse, die uns aber sofort sehr sympathisch war. Wir machten uns ausführlich kundig, suchten eine passende Zuchtstelle und kurz nach Ostern 2014 zog Lotta im Alter von acht Wochen bei uns ein. Wann wir mit dem Laufen mit ihr anfingen, beschreibe ich an anderer Stelle.

Sommer-Viechzeuch

Boah, Frauchen, nicht Dein Ernst jetzt hier, oder? Diesen verzweifelten Blick warf mir Lotta gestern beim Abendlauf gleich mehrfach zu. Dann schüttelte sie sich kräftig, um das Viechzeuch schnell wieder loszuwerden. Wolken von Minifliegen nämlich waren gestern auf unserer Hausstrecke unterwegs. Keine Ahnung, was das war. Aber es war irgendwie lästig. Ständig musste ich mich mit den Händen abfegen, weil ich über und über von Fliegen besetzt war. In den Haaren, im Mund, in den Augen. Vielleicht doch das nächste Mal mit Brille laufen?

Aber was solls. Das gehört halt auch zur schönen Sommerzeit! Da heißt es: Augen zu und durch! Und beim Pipimachen auf langen Strecken möglichst kurz anhalten und zügig weiterlaufen. Denn die Mücken kommen in diesen Monaten gleich und stechen gnadenlos. Gut, dass Lotta so langes Fell hat – ihr ist das ziemlich egal. Und ich könnte mich ja auch vor dem Lauf mit einem passenden Mücken-Abwehrspray einsprühen. Mache ich nicht, weil ich es nicht mag. Genauso wenig wie Sonnencreme.

Worauf ich allerdings schon sehr achte: Ich laufe nicht durch hohes Gras oder einfach so durchs Unterholz. Die Zeckenvielfalt an Lotta beeindruckt mich im Sommer immer wieder. Und die finde ich nicht nur eklig, sondern weiß, dass sie auch sehr gefährlich werden können. Nach jedem Lauf inspiziere ich meine Beine (ab 11 Grad Celsius laufe ich mit ganz kurzer Hose) und dusche mich so bald wie möglich ab. Liebe Frauen: MIT Haare. Bei Lotta habe ich relativ wenig Chancen: die fiesen Blutsauger sind so schnell in ihrem Fell verschwunden, dass ich sie erst finde, wenn sie sich festgesetzt haben. Hin und wieder erwische ich eine vorher – aber selten.

Lotta ist glücklicherweise sehr geduldig und lässt sich die Zecken mit dem Zeckenhaken (das funktioniert für uns am besten!) ganz ruhig rausziehen. Gibt auch ein Leckerli danach. Auch bei ihr lehnen wir die Chemie-Keule eher ab. In einem Sommer haben wir sie mal mit Kokosöl gefüttert, weil wir gelesen hatten, dass das gut helfen soll. Erfolg: Null. Also lassen wir es und hoffen, dass sie keine infizierte Zecke erwischt. Denn auch Hunde können die Biester wohl echt krank machen. Eine gute Übersicht findet sich hier: https://www.tieraerzteverband.de/smile/smile-tiergesundheit/hund/parasiten/zeckenkrankheiten/durch-zecken-uebertragbare-krankheiten.php