Archiv für den Monat: Mai 2018

Welche Ausrüstung brauche ich zum Laufen mit Hund?

Einige Dinge helfen dabei, entspannt mit dem Hund laufen zu können. Das Gute: Es sind nicht viele und das Meiste kann man auch im ganz normalen Alltag mit Hund verwenden. Und wie viel Geld man dafür ausgeben möchte, ist auch jedem selbst überlassen.

Wichtig sind:

  • ein gut sitzendes Geschirr für den Hund, ein Halsband ist nur bedingt geeignet
  • ein gut sitzender Bauchgurt für den Mensch (die Leine in der Hand zu halten, ist auf Dauer lästig!)
  • eine stabile und flexible Leine zwischen Hund und Mensch
  • vernünftige Laufschuhe
  • zu den Wetterbedingungen passende und atmungsaktive Sportkleidung
  • im Winter: Stirnlampe und Handy
  • bei Wärme und längerer Strecke: eine Wasserflasche für Hund und Mensch
  • ggf. Leckerli für den Hund

Das war es auch schon! Im Winter habe ich bei Läufen in der Dunkelheit manchmal bei großer Kälte eine Rettungsdecke für den Notfall dabei.

Echt gewöhnungsbedürftig

Vor ein paar Tagen habe ich die neue Laufleine samt Bauchgurt und Panic-Snap bekommen. Mein erster Eindruck: Alles ist sehr solide verarbeitet und stabil, auch optisch in einem hellen Grau sehr ansprechend. Nur der Panic-Snap erscheint mir im Verhältnis sehr schwer. Er hat einen dicken Karabiner und der bringt ganz schön Gewicht auf die Waage.

Heute habe ich beim Morgenlauf den ersten Praxistest gemacht. Erstmal ohne Panic-Snap. Bauchgurt umgeschnallt, Leine am oberen Ring des – ebenfalls neuen – Geschirrs angebracht. Die Schlaufe der Leine wird durch ein Band am Gurt geführt, das sich ganz leicht mit einem Clip öffnen lässt. Auf diese Weise kann man auch die Leine sehr schnell vom Gurt lösen. Vielleicht braucht es also gar keinen Panic-Snap?

Wie immer am Anfang unseres Laufes war Lotta erst einmal völlig übermotiviert. Rannte sofort nach vorne – und die Leine nahm Dehnung auf. VIEL zu lang für meinen Geschmack und unsere Bedürfnisse. Dabei habe ich schon die kürzeste Variante gewählt, die einen Meter misst. Sie zieht sich aber, oh Schreck, auf 1,70 Meter in die Länge … Wenn Lotta nicht nach vorne geht, sondern neben mir läuft, ist es also perfekt. Wenn nicht, dann nicht. Dann fehlt mir die Möglichkeit, direkt und aktiv Einfluss nehmen zu können. Und das finde ich wichtig.

Was also tun? Vielleicht noch eine andere Leine, die nicht dehnbar ist? Oder eine, die man an beiden Ringen des Geschirrs befestigen kann (das neue Geschirr hat auch im Halsbereich eine Befestigungsmöglichkeit), um so besser Einfluss nehmen zu können?? Hm. Ich bin unentschlossen.

Den Bauchgurt hatte ich erst zu eng eingestellt. Ich mag es lieber, wenn er weiter auf der Hüfte und nicht um die Taille sitzt. Aber das ließ sich leicht ändern und passte dann sehr gut. Auch schön: Die mit einem Reißverschluss verschließbare Tasche für Schlüssel und Leckerli oder Taschentücher.

Das Lösen der Leine vom Gurt ist auch kein Problem. Als uns heute freilaufende Dackel entgegen stürmten, habe ich flugs den Clip gelöst und sofort fiel die Leine herunter, Lotta konnte sich ungehindert damit bewegen. Perfekt. Panic Snap brauche ich bei dieser Leine also nicht.

Mein erstes Fazit heute: Die neue Ausrüstung ist gewöhnungsbedürftig und noch nicht optimal für uns. Da muss ich noch nachbessern und verändern. Denn wir wollen ja immer entspannt laufen, Lotta und ich!

 

So stolz

Ich bin so stolz auf Lotta. Und ein ganz kleines bisschen auch auf mich selbst. Lotta und ich sind am Samstag zusammen ins Büro gelaufen. Das erste Mal. Die Strecke ist nicht so weit – etwa sieben Kilometer. Aber es geht nicht über ruhige Feld-, Wald- und Wiesenwege, sondern einmal quer durch die Stadt. Das bedeutet: laute Autos, viele Fußgänger und Radler. Ampeln und quietschende U-Bahnen. Und: eine völlig unbekannte Strecke für Lotta.

Was soll ich sagen? Sie hat das mit Bravour gemeistert. Ist die ganze Zeit über direkt neben mir gelaufen, lockere Leine, immer den Kontakt zu mir. Hat sofort reagiert, wenn ich stehengeblieben bin und ebenso, wenn ich weitergelaufen bin. Hin und wieder gabs schwierige Situationen. Eine davon: Vorne liefen zwei große Hunde ohne Leine (direkt an der verkehrsreichen Straße?!? Kein Kommentar). Von hinten nahte ein bulliger Kampfhund – an der Leine (mehr in der Leine, Herrchen hintendran). Was tun?

Ich habe Lotta hingesetzt und mit Gesten dem anderen Hundehalter vorne deutlich signalisiert: Bitte die Hunde an die Leine nehmen! Reaktion: 0. Noch einmal: BITTE die Hund an die Leine nehmen. Reaktion: Langsame Bewegung in Richtung des einen Hundes. Auch der Kampfhund zeigte Interesse an dieser Situation und zog stärker. Herrchen hintendran. Der Abstand zu uns verringerte sich deutlich.

In Gedanken ergänzte ich meine freundliche Aufforderung nach vorne um das eine oder andere Detail. Ob man mir das ansah? Vielleicht. immerhin: Nach gefühlten zehn Minuten hatte der Hundhalter vorne beide Tiere an der Leine, wir konnten weiter. Lotta saß die ganze Zeit über brav neben mir und startete sofort auf mein Signal, weiter zu laufen. Situation gemeistert.

Im Büro angekommen, wartete schon eine dicke Belohnung auf Lotta: ein riesiges Stück getrocknete Rinderkopfhaut. Gut gemacht, Lotta!

Mit “Panic snap”

Also sowas! Genau das, was ich gestern geschrieben habe, ist heute Früh beim Morgenlauf passiert: Ich trabte mit Lotta ganz entspannt dahin, kein Feldhase weit und breit, Lotta komplett konzentriert auf unseren Lauf. Einfach wunderbar. Und plötzlich kommt ein großer Hund aus dem Gebüsch auf uns zugeschossen, natürlich frei, was sonst. Lotta fest im Visier. In letzter Sekunde konnte ich den Karabiner an Lottas Leine schnappen, aufmachen und sie freilassen. Die beiden haben sich freundlich beschnüffelt, sind einmal umeinander herumgetänzelt. Ich bin ein paar Schritte weitergelaufen, habe Lotta abgerufen und hatte sie ohne weiteres sofort wieder an der Leine. Lotta hört wirklich gut.

Was wäre gewesen, wenn ich den Karabiner nicht zu fassen bekommen hätte? Vielleicht gar nichts. Vielleicht wäre der andere Hund einfach wieder abgedreht. Vielleicht aber hätte es auch ein Riesenkuddelmuddel gegeben – und ich wäre mit von der Partie gewesen. Muss ja nicht sein.

Grund genug, mich heute mal auf die Socken zu machen und nach Alternativen zu unserer Laufleine zu suchen. Ein ganz schön schwieriges Thema, finde ich. Es gibt viele verschiedene Modelle, denen aber allen mindestens eines der Dinge fehlt, die ich gerne hätte. Entweder sind sie nicht gepolstert, oder die Leine ist viel zu lang. Eine Tasche für Handy, Taschentuch und Leckerli haben die wenigsten. Bei den üblichen Laufleinen nie vorhanden ist die Möglichkeit, die Leine schnell vom Bauch zu lösen.

Also bin ich dazu übergegangen, nach Dogscooting- oder Canicross-Ausrüstung zu suchen. Und da bin ich endlich bei einem Spezialausrüster fündig geworden. Ich habe gleich das ganze Programm bestellt: Bauchgurt, passende flexible Leine (maximale Länge 1,3 Meter) und das Wichtigste: einen “Panic snap”, der zwischen Leine und Gurt befestigt wird. Das werde ich nun mal testen und freue mich schon richtig drauf! Natürlich werde ich berichten …

Puhh, 13 Feldhasen!

Puhh, das war ein Stück Arbeit heute Früh. Ich habe mitgezählt: Lotta und ich sind an sage und schreibe 13 Feldhasen vorbeigelaufen. Kackfrech saßen sie auf den Feldern, groß und schlank und mit ihren riesigen Löffelohren sehr gut sichtbar. Und auch noch so lange, bis selbst Lottas nicht sooo gute Schnüffelnase ihr Geruch intensiv in die Nase gestiegen war. Ehrlich: Ohne Leine hätte ich den Morgenlauf heute komplett alleine gemacht. Lotta hätte sich überhaupt nicht für mich interessiert.

Mit ihr am Bauch war es ein ständiger, nicht hörbarer Disput zwischen ihr und mir: Hey, ich will da aber hin, Frauchen! Ich muss dahin, das geht nicht anders! Nein, Lotta, hier an meiner Seite ist Dein Platz. Nicht irgendwo da draußen auf dem Feld. Die Häschen mögen Dich nicht. Aber ich mag die doch! Ja, aber das ist egal, Lotta. Hinsetzen. Gucken. So, jetzt geht es weiter. Schau mal, wie schön die Sonne scheint. Nicht ziehen, Lotta! Hörst Du? Frauchen will laufen und nicht rennen. Aber ich MUSS dahin, das musst Du doch endlich kapieren! Nein, Lotta … Und so weiter.

Gut, dass unsere Leine, ich schrieb das bereits an anderer Stelle, so robust und zuverlässig ist. Da kann Lotta noch so aktiv unterwegs sein – die Leine hält. Neulich allerdings hatte ich mir mal eine Möglichkeit an der Leine gewünscht, über die man Lotta auch sehr schnell ableinen kann. Eine Art Notöffnung oder sowas. Wenn zum Beispiel ein nicht angeleinter Hund plötzlich direkt vor uns steht und ich schlecht reagieren kann. Ob es so etwas gibt, das gleichzeitig ohne aktives Auslösen meinerseits nicht aufgeht und ebenso stabil ist?

Nicht so schlau

Ehrlich: Das war am Wochenende nicht so schlau. Und widerspricht eigentlich total meinen Prinzipien. Aber ich konnte einfach nicht anders und dachte auch, es wird besser. Ich bin mit fiesen Glieder- und Kopfschmerzen zum Wettkampf beim Einbecker Bierstadtlauf angetreten. Nur 10,9 Kilometer zwar, aber das reichte, um mich total – wie sagt man so schön – aus den Latschen zu kippen. Danach war nur noch heiße Badewanne, Ibuprofen, heißer Tee und Bett möglich. Gut, dass Lotta nicht dabei, sondern wieder einmal gut im Hundehaus Hemmingen untergebracht war.

Obwohl am Freitag noch topfit, fühlte ich mich am Samstagmorgen schon irgendwie schräg. Hatte aber auch nicht so gut geschlafen und dachte: Das verläuft sich schon. Start war erst um 18 Uhr und es wollte einfach nicht besser werden. Ich überlegte hin und her: Soll ich, soll ich nicht, soll ich … Ich hatte mich aber für einen guten Zweck angemeldet und wollte für den Einbecker Lions-Club laufen, also Geld für das Projekt der Lions erlaufen. Also entschied ich mich um 17.30 Uhr: Ich probiere es einfach. Wenn es nicht geht, höre ich auf.

So habe ich erst ein einziges Mal bisher am Start gestanden: Beim Mallorca-Marathon im Jahr 2011, als ich mit starken Schmerzen im Fuß laufen wollte. Bei Kilometer 8 war Schluss, nichts ging mehr, Ermüdungsbruch im Knöchel, drei Monate Laufpause – ärgerlich und absolut unnötig. Jetzt also mit Gliederschmerzen.

Geschafft habe ich es, auch wenn ich zwischendurch dachte: Wenn ich jetzt tief einatme, dann bekomme ich so eine Hustenattacke, dass ich nicht mehr weiterlaufen kann. Nur schnell ins Ziel wollte ich es, entsprechend ist die Zielzeit auch gar nicht schlecht ausgefallen.

Etwas Gutes hatte die nicht so schlaue Aktion aber dennoch: Die Stimmung in der Stadtmitte, die ich insgesamt neun Mal durchlaufen habe, war großartig, der Lauf toll organisiert, die Strecke echt schön. Ich hoffe also auf nächstes Jahr. Dann möchte ich in Einbeck mit großem Genuss laufen!