Archiv für den Monat: April 2018

Sonntags-Lauf-Ausflug

Wann immer wir es schaffen, versuchen mein Mann und ich gemeinsam zu laufen. Natürlich in meinem Tempo, weil ich mit seinem einfach nicht mithalten kann. Im Moment gelingt uns das fast nur sonntags. Aber dann ist es immer wunderschön, wie ein kleiner Sonntags-Lauf-Ausflug.

Auch gestern: Bei schönster Sonne haben wir uns am späten Morgen Lotta geschnappt, sind mit dem Auto ein kleines Stück bis in die Nähe von Klein Kolshorn gefahren und dort losgelaufen. Als Inspiration dient uns häufig ein Buch, das vor vielen Jahren von der Madsack Medienagentur herausgegeben wurde: Lauf los! heißt es und stellt 22 Lauf- und Walkingstrecken in Stadt und Region Hannover vor. Dazu gab es damals kleine Kärtchen im Quartettkartenformat, auf denen die Strecken in kurzen Worten nochmal dargestellt und die Strecke markiert ist.

Diese kleinen Kärtchen dienen der Orientierung und können super mitgenommen werden.

Zwar haben wir uns gestern an einer Stelle vertan und sind bis nach Kolshorn gelaufen – aber das machte auch nichts aus. Wir sind einfach entspannt vor uns hingetrabt, haben schließlich die Strecke wiedergefunden und insgesamt eine Runde von knapp 15 Kilometern gemacht. Wunderbar! Ganz wichtig, obwohl es nur etwa 16 Grad hatte und leicht windig war: Ausreichend Trinkmöglichkeiten für Lotta. Ihr nämlich wird es schnell zu warm und sie muss sich abkühlen können, um mithalten zu können. Glücklicherweise sind die Felder in diesem Gebiet von Entwässerungsgraben gesäumt und das Wasser darin ist frisch und klar!

Tiergerüche und so

Dass es endlich Frühling ist, gefällt Lotta und mir! Wir machen uns jetzt immer im Hellen auf den Weg, auch wenn ich schon kurz nach dem Erwachen der ersten Vögel die Laufschuhe schnüre. Die Stirnlampe liegt verwaist auf der Lotta-Box im Wohnzimmer – griffbereit, falls man sie doch mal braucht. Und überall liegt ein zarter Duft in der Luft.

Was das angeht, sind unsere Geschmäcker durchaus unterschiedlich: Ich liebe den kräftigen Geruch von Flieder und Co., Lotta eher den anderer Wildtiere. Und der ist bei uns in der Gegend scheinbar omnipräsent. Der Hund jedenfalls presst die Nase im Moment auf den Boden, wann immer er dazu Gelegenheit hat. Und macht natürlich, vor allem beim Morgenlauf, das eine oder andere dazugehörige Tier in der Ferne auch gleich aus. Das mit der Leine ist im Moment also mehrfach sinnvoll. Ich glaube, Lotta wäre sonst immer wieder auf und davon, auf lecker Reh- oder Hasenjagd, vielleicht, bei ihrer Power, sogar von Erfolg gekrönt. Da gehe ich gar kein Risiko ein.

Interessant war, dass sie in der vergangenen Woche, als ich von einem Termin im Filmtierpark und Zoo Eschede in der Nähe von Celle zurückkam, sich gar nicht so sehr aufregte, wie ich es eigentlich erwartet hatte. Ich war nämlich bei den Erdmännchen im Gehege, umwuselt von den munteren Gesellen und hatte anschließend auch noch den schwarzen Panther Baghira zum Foto auf dem Schoß. Ganz schön aufregend. Und ich dachte natürlich, dass Lotta mich von oben bis unten abschnüffeln würde, sobald ich unser Haus betrete.

Aber nein. Sie schnüffelte ein bisschen, freute sich, ließ sich streicheln – und drehte dann zufrieden wieder ab. So wie sonst, wenn ich nach Hause komme. Vielleicht war der Geruch schon wieder verflogen? Oder sie kennt Erdmännchen- und Panther-Geruch einfach nicht? Ich weiß es nicht. Wie würde sie wohl reagieren, wenn sie der großen schwarzen schweren Raubkatze tatsächlich begegnen würde? Würde sie sofort begreifen, dass sie die Unterlegene wäre und sich unterwerfen? Würde sie das Weite suchen? Oder ihr im Angriffsmodus gegenübertreten? Vermutlich würde ihr Instinkt ihr signalisieren: Abmarsch, Lotta! Der ist mehr als eine ganze Nummer zu groß für Dich …

Schee war’s!

Ah, war des schee! Da kommt doch vor Freude die gebürtige Bayerin bei mir durch. Der Halbmarathon Hannover liegt – leider – nun schon wieder hinter mir. Bei wunderbarster Sonne und Sommertemperaturen einmal kreuz und quer durch Hannover gelaufen. An der Strecke tausende Menschen, die Freude daran hatten, zuzugucken und anzufeuern. Trommeln, Pfeifen, Klatschen und Gesang. Was für ein großer Spaß, was für ein schönes Fest!

Okay, die Temperaturen ließen zu wünschen übrig. Es war einfach zu heiß. Vor allem, wenn man den den ganzen Herbst-Winter-Frühling über bei -3 bis +8 Grad Celsius trainiert hat. Aber auch sonst. Ich bin einfach eher eine Fritz-Walter-Wetter-Läuferin. Also: Nieselregen und maximal 13 Grad. Das liebe ich. Und Lotta erst! Für sie wäre der Wettbewerb gestern (Hunde mitnehmen führt direkt zur Disqualifikation, oha!) eine einzige Qual gewesen.

Ich habe also nach zehn Kilometern jegliche angepeilten Zeitziele fahren lassen und habe drei Gänge runter geschaltet. Ab da lief es perfekt. Stopp an jedem Erfrischungs- und Verpflegungspunkt, kühles Wasser, Isostar. Im Ziel Wasser und alkoholfreies Weißbier, was will das Läuferherz mehr? Strahlende Gesichter meines Kleinsten und unseres lieben Au Pairs Andjela beim Empfang. Gemeinsames Riesen-Eis beim Italiener. Läuft.

Auf zum Einbecker Bierstadtlauf im Mai! Und dazwischen wird fleißig trainiert – zusammen mit Lotta natürlich.

Leinenpflicht

Der 1. April ist vorbei und – wie jedes Jahr – ist die Diskussion um die Leinenpflicht für Hunde, die während der Brut- und Setzzeit gilt, in Hannover heiß entbrannt. Umso mehr, als es vor einigen Tagen einen tödlichen Zusammenstoß zwischen zwei freilaufenden Hunden und einem Radler gegeben hat. An einem Ort, wo dauerhaft eine Anleinpflicht für Hunde besteht.

Was ich selber im Zusammenhang mit dem Thema Anleinen schon erlebt habe, habe ich an anderer Stelle auf diesem Blog mehrfach berichtet. Immer wieder sehe ich, dass sich Hundehalter extrem verantwortungslos verhalten. Sie lassen ihre Hunde ohne Leine laufen und machen sich nicht einmal die Mühe, sie zumindest zu sich zu rufen, wenn ein angeleinter Hund naht. Sie lassen ihre Hunde nach Lust und Laune über das Feld und die Wege spurten – egal, ob ein Jogger oder Radfahrer unterwegs sein könnte, dem sie Angst machen oder den sie sogar verletzen könnten.

Dafür habe ich keinerlei Verständnis und rege mich, selbst Hundehalterin, extrem darüber auf. Ich frage mich, wie man so rücksichts- und gedankenlos sein kann. Wie man das Risiko, ein Menschenleben im Ernstfall zu gefährden, eingehen kann. Wenn ich meinen Hund im Gegensatz bei Leinenpflicht nicht ableine, wenn ein frei laufender Hund entgegenkommt, ernte ich auch noch dumme Kommentare wie “Ist Ihr Hund nicht sozialverträglich, oder was?”.

Was mich tröstet, ist, dass ich aber immer wieder auch auf andere Hundehalter treffe, die wissen, welche Verantwortung sie tragen. Bin ich selbst mit dem Rad oder laufend ohne Lotta unterwegs, mache ich klingelnd oder rufend auf mein Kommen aufmerksam. Ehrlich gesagt, auch wenn Lotta dabei ist. Und ich bedanke mich, wenn ein Hundehalter entsprechend reagiert. Auch das finde ich absolut angemessen.

Wenn alle Hundehalter rücksichtsvoll und vorausschauend mit ihren Hunden unterwegs wären, bräuchte man keine Reglementierung durch Gesetze. Dies ist aber leider nicht der Fall.