Archiv für den Monat: Dezember 2017

(Vor-) Weihnachtsniesel

Heute war wirklich nicht Lottas Morgen: Sobald wir vor der Haustür waren, stupste sie mich mit der Schnauze leicht am Bein an. He, Frauchen, es regnet, merkst Du das nicht? Ich hab nicht so viel Lust, da jetzt durchzulaufen … Na klar, merke ich das! Ich sehe auch fast nichts! antwortete ich ihr in Gedanken. Und lief trotzdem los. Ein dichter Vorweihnachts-Schniesel-Piesel hing waagrecht in der Luft. Getragen von heftigen Windböen. Optisch stellte sich das wie dichter Nebel dar – und da sieht man selbst mit der leistungsfähigen neuen Stirnlampe nichts mehr. Wie immer sind wir weitergesaust… Und das solls auch zum Thema Wetter gewesen sein. Kann doch nicht sein, dass ich hier immer wieder übers Wetter schreibe!

Natürlich habe ich mir schon öfter Gedanken darüber gemacht, ob Lotta beim Laufen auch tatsächlich auf ihre hundespezifischen Kosten kommt. Gerade, wenn sie mal nicht so motiviert loszieht. Dass ich auf meine Kosten komme, steht nicht in Frage. Schließlich bin ich die treibende Kraft. Doch ich bin auch heute wieder zu dem Schluss gekommen: Auch Lotta kommt auf ihre Kosten und zwar in Kombination mit den anderen Spaziergängen, die sie im Laufe eines Tages so macht.

Morgens ist wenig Schnüffeln angesagt, nur hin und wieder halte ich deswegen an. Morgens also geht es fast ausschließlich um Bewegung. Die nämlich braucht ein Wäller wie Lotta. Wäller wollen geistig wie körperlich ausgelastet werden (mehr dazu bald an anderer Stelle in diesem Blog und unter www.waeller-club.de). Fürs Schnüffeln ist der Mittagsspaziergang hervorragend geeignet. Den macht entweder eines der Kinder oder ich fahre dazu aus dem Büro kurz nach Hause. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, legen wir auch noch eine ausgedehnte Spielsequenz mit der Frisbeescheibe ein oder ein anderer Hund findet sich zum Spielen.

Abends geht häufig meine erwachsene Tochter mit Lotta raus: Kopfhörer auf die Ohren, Lotta an die Retrieverleine und dann wird zügig marschiert, Beifuß! Das fordert den Geist viel mehr als der Schnüffel-Spaziergang. Gekuschelt wird zwischendurch Zuhause auf dem Sofa mit allen Familienmitgliedern. Wer auch immer gerade da ist – alle lieben es, wenn sich Lotta anschmiegt. Sie hat so weiches Fell – huhh, ist das schön!! Ja, ich glaube, Lotta kommt in jeder Hinsicht auf ihre hundespezifischen Kosten. Und wir voll und ganz auf unsere.

Laufen im Schlaf

“Eine Stärke von mir ist es ja, dass ich schlafend laufen kann”, scherzt mein Mann und gähnt herzhaft, während er neben mir hertrabt. Und er hat so Recht. Manchmal ist es schon wirklich früh, wenn wir beide zusammen oder ich allein mit Lotta zum Morgenlauf aufbrechen. Oft steht der Stundenzeiger noch weit vor der sechs… Und zu häufig war die Nacht davor auch nicht gerade erholsam.

Heute zum Beispiel, weil unser Kleinster mit seinen knapp drei Jahren die halbe Nacht das Gefühl hatte, eine Hexe sitze unter seinem Bett. Ja, da fällt es auch mir als ausgeprägtem Morgenmensch schon ziemlich schwer, trotzdem in tiefster Dunkelheit aufzustehen und munter die Laufschuhe zu schnüren.

Aber: Lotta muss doch eh raus und Lotta will doch auch laufen und Lotta muss doch auch auf ihre Kosten kommen in unserem chaotischen Haushalt. Was hilft es also? Und meistens verfliegt die Müdigkeit, sobald man unterwegs ist. Oder sogar schon, wenn sich Lotta bereit macht zum Start.

Erst schiebt sie ihren Hintern ganz nach hinten, drückt sich dann mit dem Brustkorb ganz nach unten und schüttelt sich anschließend kräftig. Keine Frage: Gut warmgemacht ist halb gelaufen. “Und? Geht’s jetzt endlich los?” fragen ihre Blicke, die sie mit einem angedeuteten Jaulen unterstreicht. “Schschscht, die anderen schlafen noch!”

Bei Frauchen fällt das Warmmachen meistens vor dem Lauf aus. Dafür schmeißt sich Lotta nach dem Lauf zufrieden auf ihren Lieblingsplatz am ehemals weißen Vorhang und macht sofort die Augen zu. Ich hingegen schließe noch Bauchmuskelübungen und einmal in der Woche eine Yogasequenz an, um nicht nur Ausdauer und Beine zu trainieren. Danach startet für mich der Tag mit all seinen Herausforderungen…

Trocken!

Das war schon eine kleine Sensation in diesem Herbst: Heute Früh sind Lotta und ich bei unserem Morgenlauf tatsächlich trockenen Fußes durchgekommen! Naja, nicht ganz. Bei der Riesenpfütze ganz am Anfang und ganz am Schluss unserer Runde lief es schon ein bisschen in die Schuhe. Aber nur miniminimal. Ich konnte, Zuhause angekommen, einfach aus den Schuhen schlüpfen und sie so stehen lassen. Nicht wie sonst in diesen regenreichen Monaten.

Üblicherweise lautete nämlich in den vergangenen Wochen mein erster Befehl, wenn wir wieder Zuhause waren: “Lotta, Box!”. Natürlich erst, wenn ich sie mit dem einst weißen großen Handtuch, das immer bereit hängt, tüchtig abgerubbelt hatte. “Wie, echt jetzt?”, fragte sie mich mit ihren Blicken. Ja, echt. Ich will doch den ganzen Dreck vom Berg nicht in unserem Haus haben! Also erstmal schön ein Stündlein trocknen gehen auf dem wunderbar weichen Schaffell in der Box im Wohnzimmer. Und erst danach auf den Lieblingsplatz unter dem ehemals weißen Vorhang an der Terrassentür.

Dann pulte ich mich mühsam aus meinen klatschnassen Laufschuhen, zog gleich die Sohle raus und schob stattdessen Zeitungspapier hinein. Noch mühsamer zerrte ich meine strammen Laufsocken (mit Kompression, jaja! und natürlich ebenfalls klitschnass …) von den Füßen, trippelte auf Zehenspitzen in unseren Hauswirtschaftsraum, um sämtliche Kleidungsstücke direkt in die Waschmaschine zu stopfen. Nur so ließ sich der Schaden in Grenzen halten. Waschmaschine an, rein in die Dusche – und am nächsten Morgen: Täglich grüßt das Murmeltier – wieder genau das gleiche! Also da war das wirklich eine willkommene Abwechslung heute. Für morgen ist wieder Regen angesagt …

Einfach grandios

Was für ein Fortschritt! Ich habe mir eine neue Stirnlampe gekauft. Und bin natürlich sofort am nächsten Morgen damit los. Die Sicht: grandios! Ich habe mich nach einigem Hin- und Her und längeren Internetrecherchen für eine Lampe von Led Lenser entschieden, auch meine “Funzel” ist von Led Lenser. Die war mal ein Weihnachtsgeschenk von Sport Scheck an mich, weil ich zu den “Großkunden” gehöre. Naja. Sie hat ihren Dienst ja auch gut getan.

Nun aber die Led Lenser SEO 5 mit einer Lichtstärke von maximal 180 Lumen. 120 Meter weit lässt sich damit leuchten, sagt die Anleitung. Und tatsächlich: der Lichtkegel reicht echt weit in die Ferne und leuchtet den Nahbereich geradezu hervorragend aus. Das mindert die Stolpergefahr enorm und auch das Patschen in die Pfützen lässt sich fast vermeiden. Fast … Aber das ist eine andere Geschichte.

Einen kleinen Nachteil aber hat die neue Erleuchtung – und die habe ich natürlich bis zum ersten Morgenlauf mit keinem Gedanken bedacht. Nicht nur ich, sondern auch mein lieber Lotta-Hund sieht dadurch viel besser. Na klar! Und was morgens im Dunkeln da schon alles unterwegs ist – unfassbar! Hirsche, Rehe, Füchse, Feldhasen, Kaninchen… Bislang von uns ungesehen mitten auf dem Feld – jetzt mitten im Lichtkegel meiner starken Lampe. Hey, Frauchen, jetzt geht’s los, da muss ich hin!, signalisiert mir meine Begleiterin durch heftiges Ziehen an der Laufleine. Wie, Du willst einen anderen Weg nehmen? Ist mir doch egal, ich muss da JETZT hin!

Puhh. Das war echt ein ganzes Stück Arbeit. Inklusive fester Griff ins Fell und wüste Beschimpfungen meinerseits. Ist sonst gar nicht mein Stil. Aber es half einfach nichts. Was für ein Lauf, Rekordzeit auf meiner Hausstrecke. Inzwischen hat die Power der Batterien nachgelassen und ich habe den Lichtkegel schmaler eingestellt. Das geht nämlich. An was man nicht alles denken muss!