Archiv für den Monat: November 2017

Es werde Licht!

“Du hast doch die Lampe!”. Mein Mann lacht und – patsch – ist es ihm selbst passiert. Hihi. Mitten rein in die Pfütze, jawoll, eine volle Ladung Nass. Lotta guckt nur einmal kurz nach hinten: Was machen Herrchen und Frauchen für Sachen? und rennt fröhlich weiter. Instinktiv umkurvt sie alle Pfützen, die wir in der Dunkelheit nur mühsam erkennen können. Deswegen laufe ich, da hat er ja völlig Recht, beim Morgenlauf seit einigen Wochen mit Stirnlampe. Es werde Licht in dieser Finsternis! Allerdings ist das Lämpchen sehr klein – ehrlich gesagt: eine echte Funzel. Sie beleuchtet immerhin mich, so dass mich andere sehen können. Mehr aber auch nicht. Pfützenpatschen ist mit ihr nicht zu verhindern.

Hm. Sollte ich mich nach einer Neuen, Leistungsfähigeren umsehen? Oder reicht mir das so? Lotta trägt ein Leuchthalsband für langhaarige Hunde, das blendet mich beim Laufen fast. Aber wir haben mindestens fünf andere vorher ausprobiert und alle gingen in ihrem wunderschönen rotbraunen Fell komplett unter. Unsichtbar und damit überflüssig. Fündig geworden sind wir schließlich bei Miezebello.

Viele Stirnlampen sind schwer oder haben so Kabelsalat mit dran, das mag ich gar nicht. Ich werde mal den Markt betrachten und hier von meinen “Erkenntnissen” berichten.

Oder doch besser Schwimmen?

Dieser November hat uns Läufer wirklich fest im Griff. Eigentlich vergeht fast kein Tag, an dem es nicht immer wieder wie aus Eimern schüttet. Wenn man da mit seiner Laufzeit beruflich und familiär bedingt nicht ganz so flexibel ist, heißt es einfach: Augen zu und durch! Für mich bedeutet das im Moment: Laufen im Dunkeln bei Dauerregen ist auch eine Erfahrung. Oder doch besser Schwimmen? Mach ich ebenfalls sehr gerne und ist ähnlich nass – nur kann man den Hund nicht mitnehmen. Also: Stirnlampe auf den Kopf, Lotta das hellste Leuchthalsband umgelegt und los geht’s!

Wie, Frauchen, echt? Jetzt da raus in das Wetter, ernsthaft? Lottas Blicke sprechen Bände, das hatte ich an anderer Stelle schon erwähnt. Manchmal fühle ich mich schon ein bisschen anstrengend, wenn ich sie in aller Frühe nach draußen in den Regen schleppe – liegt sie doch meist noch kuschelig warm in sich verknotet im Wohnzimmer auf dem Sofa (ja, das darf sie!) …

Sind wir dann aber unterwegs, hat Lotta sofort vergessen, dass sie eigentlich auch entspannt auf dem Sofa liegen könnte. Auch im Regen lässt sich das Geschäft verrichten und riecht es an so vielen Stellen spannend nach anderen Hunde, Katzen, Kaninchen… So motivieren wir uns gegenseitig. Ich sie, weil ich sie nach draußen schleppe, egal, wie das Wetter ist. Und sie mich, weil ich weiß, dass das gemeinsame Laufen ihr und mir gleichermaßen guttut. Eine Win-Win-Situation!

“Na-gehts-bei-dir-noch-oder-wollen-wir-mal-schneller?”

Wie, Ihr wollt mich Zuhause lassen? Ich darf nicht mit? Das kann doch nicht Euer Ernst sein … Wenn Hunde sprechen könnten, dann hätte Lotta das gestern zu uns gesagt. So gab es uns ihr tiefer, trauriger Hundeblick ohne Worte mit auf den Weg. Üblicherweise darf sie ja immer mit, wenn mein Mann oder ich unsere Laufschuhe schnüren. Meist setze ich mich dazu auf die Treppe und Lotta läuft aufgeregt und voller Erwartung um mich herum. Stupst mich mit ihrer Schnauze an und signalisiert mir so, dass sie längst bereit ist, aufzubrechen.

Und gestern? “Nein Lotta, wir können Dich nicht mitnehmen!”, sagte ich klar zu ihr, streichelte sie kurz – und war auch schon raus aus der Tür. Warum? Ganz einfach: Wir wollten zu einem der vielen Volksläufe, die in der Region Hannover über das Jahr verteilt immer wieder stattfinden (eine gute Übersicht gibt es unter www.marathon-hannover.de). Und da sind Hundebegleiter in der Regel nicht erwünscht. Gerade unsere Lotta nicht, die sich gerne ganz auf den Lauf konzentrieren möchte und es eher lästig findet, wenn rechts oder links ein anderer Läufer vorüberzieht.

Doch auch für mich war es gestern wieder seltsam, ohne Lotta zu laufen. Ich bin einfach wahnsinnig gerne mit ihr unterwegs, wir sind ein super eingelaufenes Team. Sie an der einen und ich an der anderen Seite der Leine. Gestern trabte ich also allein vor mich hin. Ich laufe nämlich nicht so schnell, auch im Wettbewerb nicht. Meist sind die schnellen Läufer (auch mein Mann mit seinen langen Beinen!) längst weg, wenn ich meinen Rhythmus gefunden habe und die sehr langsamen Läufer kommen wiederum mir nicht hinterher. Da kann es auf der Strecke doch ein wenig einsam werden und hin und wieder würde ein aufmunternder Lotta-Blick “Na-gehts-bei-dir-noch-oder-wollen-wir-mal-schneller?” der Zielzeit nicht schaden.

Aber was nicht geht, geht halt nicht. Spaß hat’s gestern trotzdem gemacht. Und morgen geht es wieder gemeinsam mit Lotta auf die Hausstrecke!

Bergrauf und Bergrunter

Üblicherweise laufe ich ja in Hannover, dieser völlig unterschätzten, wunderschönen Stadt an der Leine. Mit Lotta an der Leine. Unseren Urlaub verbringen wir aber am liebsten nicht im Flachland, sondern in den Bergen. Am liebsten in den Alpen und besonders gerne in den Österreichischen Alpen. In diesem Herbst waren wir zum wiederholten Mal in den Hohe Tauern. Und zwar in Kals am Großglockner.

In den Bergen sind wir eher langsam unterwegs – wir lieben das Wandern. Dieses Jahr jedoch war es zum Wandern schon zu spät, es hatte sehr weit herunter geschneit. Außerdem ist das Alter unseres Kleinsten gerade etwas unglücklich: mit seinen süßen 2 3/4 Jahren ist er noch zu klein für die Kinderbetreuung der Hotels und schon zu groß (oder vielmehr zu schwer) für einen längeren Transport in der Kraxe. Was also tun, wenn es trotzdem in den Beinen juckt?

Trailrunning ist ganz schön schweißtreibend!

Klar: Berglauf oder moderner: Trailrunning war für uns die Lösung. Und gleichzeitig ein Riesenspaß! Die Laufschuhe haben wir immer dabei, egal, wo wir uns aufhalten. Also haben wir die älteren Kinder darum gebeten, ein oder zwei Stündchen auf den Kleinen aufzupassen, haben Lotta die Leine angelegt und los!

Puhh … Das war schon etwas anderes als im flachen Hannover. Es ging sprichwörtlich über Stock und Stein, bergrauf und bergrunter und wir mussten schon sehr aufmerksam sein, um nicht auszurutschen oder zu stolpern. Insbesondere mein Mann, der Lotta führte, war so manches Mal ziemlich gefordert und hat sich auch einmal ordentlich lang gemacht.

Lotta nämlich liebt die Schnelligkeit und muss auch in Hannover vor allem zu Beginn eines Laufs gezügelt werden. Wenn es dann auch noch überall sooo lecker nach Wild duftet … achso, Herrchen an der anderen Seite der Leine interessiert das nicht so sehr?! Aber was juckt’s mich? Soll er doch sehen, wie er hinterher kommt!

Ganz ganz wichtig auch bei diesen Läufen: unsere strapazierfähige Laufleine… Doch dazu an dieser Stelle mehr.

Hier läuft mein Mann locker den Berg hinauf:

Waschen oder lieber doch nicht?

Die nassen Wege hatten uns echt im Griff. In den vergangenen Tagen habe ich noch mein drittes Paar Laufschuhe aktivieren müssen, weil die beiden anderen nicht so schnell trocken geworden sind. Jetzt sind alle Paare total verdreckt – aber dank unseres warmen Heizungsraumes – immerhin wieder trocken. Am liebsten würde ich sie allesamt in die Waschmaschine stecken. So, wie ich das, ich gebe es zu, schon häufiger getan habe. Aber seit ich den letzten Beitrag geschrieben habe, habe ich viel nachgelesen zum Thema Nässe und Laufschuhe. Und traue mich nun nicht mehr, die Schuhe einfach in die Maschine zu stecken und danach im sauberen Zustand sanft zu trocknen.

Die überwiegende Meinung nämlich scheint dahin zu gehen, dass das Waschen Laufschuhen nicht besonders gut bekommt. Die Zwischensohle zwischen Sohle und Inneneinlage leide darunter, schreiben viele. Die Zwischensohle wiederum hat eine sehr wichtige Funktion im Laufschuh, manchmal wird sie sogar als Herz des Laufschuhs bezeichnet. Zu warmes Wasser und Waschmittel können die Sohle angreifen und die Funktionalität einschränken.

Und das möchte ich natürlich nicht. In den vielen Jahren, die ich nun schon laufe, habe ich nämlich schon so manche Verletzung gehabt und weiß, dass auch ein guter, passender Laufschuh ein Teil der Verletzungsprophylaxe ist. Deswegen ab sofort bei mir nur noch: mit altem Zeitungspapier ausstopfen, trocknen lassen und anschließend ausklopfen oder abbürsten. Beim nächsten Lauf werden die Schuhe eh wieder dreckig. Zumindest in den feuchten Herbst- und Wintermonaten.

Pitsch patsch!

Vom Morgenlauf kam ich heute – mal wieder – komplett durchnässt zurück. Ich hatte das Gefühl, durch eine geschlossene Wasserdecke zu laufen, pitsch patsch! Eine riesige Pfütze nach der anderen. Am Körper macht mir Regen nichts aus, ich laufe eh trotz frischer 9 Grad Celsius noch mit ganz kurzer Hose und die Jacke, obwohl keine Regenjacke, hält die Nässe eigentlich eine ganze Zeit lang ab. Nur an den Füßen finde ich es nicht so angenehm. Lotta, die Rübe, hat ja allwettertaugliche Pfoten und umrundet die Pfützen außerdem sehr geschickt. Frauchen am anderen Ende der Leine muss dann mitten durch die Pfütze? Ach so! Aber: Was juckt’s mich?!

Hinsichtlich meiner Laufschuhe habe ich noch nicht das perfekte Regen-Modell gefunden. Mein Mann schwört auf seine Schuhe von Salomon mit Goretext und besonders griffiger Trailsohle. Damit läuft er schon seit Jahren, immer wenn es rutschig ist, regnet oder schneit. Ich laufe im Wechsel zwei Paar “ganz normale” Laufschuhe und damit ungefähr je 1000 Kilometer. Auch wenn’s rutschig ist, regnet oder schneit. Das könnte man ändern … jedenfalls denke ich das immer, wenn die Füße bei jedem Schritt in den Schuhen quietschen und das Wasser bei jeder Pfütze in Sturzbächen hineinläuft. Dabei kommt mir gerade die Frage in den Kopf: Schadet es den Schuhen eigentlich, wenn sie total durchnässen? Dem gehe ich nach!